Wut – Gegenüber deinen Mitmenschen

In meinen drei vorangegangen Teilen dieser Blogserie «Deine Wut » behandelte ich die Themen, wie du mit deiner Wut umgehst gegenüber dir selber, gegenüber deinem (Ex-)Partner und gegenüber deinem (Ex-)Arbeitgeber. Heute schauen wir gemeinsam deine unterdrückte Wut gegenüber deinen Mitmenschen an. Wer verletzt dich immer wieder? Warum schluckst du diese Wut immer wieder runter, statt dich zu wehren? Was oder wer blockiert dich dabei und was versprichst du dir daraus, deine Wut zu unterdrücken? Diesen Fragen gehen wir gemeinsam nach.

Wiederkehrende Verletzungen

Wer verletzt dich immer wieder? Ich bin mir sicher, du kannst hier schon die eine oder andere Person nennen. Das geht uns allen so. Meistens befindet sich diese Person in deinem engeren Familien- oder Freundeskreis. Eine Person also, die dir (sehr) nahesteht, dich gut kennt und die – bewusst oder unbewusst – weiss, wie sie deine «Knöpfe» drücken kann. Oft ist es in diesen Fällen so, dass du schweigst und dich nicht zur Wehr setzt, um den Familienfrieden nicht zu gefährden und/oder weil du ein harmoniebedürftiger Mensch bist. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Nichts liegt mir mehr fern als ein Streit mit einem Mitmenschen – sei dieser Mensch mir nun nahe oder nicht. Doch widmen wir uns hier nun einer Person, die dich immer wieder verletzt. Was geschieht dabei? Erstens fügt sie dir damit wiederkehrende Wunden hinzu, die mit jedem Mal tiefer werden, so wie wenn du mit einem Hammer einen Nagel in eine Wand schlägst: mit jedem Schlag dringt der Nagel tiefer in die Wand ein. Zweitens wirst du mit der Zeit auch wütend – ich kenne das aus eigener Erfahrung – und «versorgst» diese Wut im Innern deines Herzens, weil du sie nicht ausdrücken kannst. Wenn dies in deiner Kindheit geschieht, dann ist es meist ein Elternteil oder beide Eltern, der dich verbal verletzt. Als Kind jedoch bist du von deinen Eltern abhängig. Du weisst instinktiv, dass du ohne sie (noch) nicht überlebensfähig bist. Also setzt du alles daran, um dich mit ihnen gut zu stellen und nicht in Ungnade zu fallen. Aus diesem Grund schluckst du die Verletzungen und verstaust die Wut in deinem Herzen. Doch dies kann nicht ewig gut gehen

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Ein Vulkan explodiert

Aufgestaute Wut verhält sich so wie ein Dampfkochtopf, der Überdruck hat – sprich: irgendwann explodiert er, wenn du ihn nicht vom Herd nimmst oder die Temperatur der Herdplatte zurückdrehst. Das gleiche Bild verspüre ich in meinem Innern, wenn ich an einen Vulkan denke. Er brodelt und brodelt, niemand sieht etwas von aussen, doch irgendwann bricht er aus, speit seine meterhohe Aschenwolke in den Himmel und ergiesst die feurige Lava über das Land. Wenn du deine Wut also lange genug unterdrückst, wird dir das geschehen. Das ist nicht immer sehr angenehm, denn dein Gegenüber wird dabei meist völlig vor den Kopf gestossen. Jahre- oder jahrzehntelang hattest du ihre verbalen Angriffe wortlos geschluckt und plötzlich erhalten sie von dir eine vehemente Gegenwehr – die oft den aktuellen Anlass nicht rechtfertigt. Es kann also gut sein, dass deine heftige Gegenwehr ein paar Stufen zu stark ist für ein belangloses Ereignis. Doch es ist nicht das aktuelle Ereignis, das dich zum Platzen bringt, sondern die Kumulation vieler kleiner solcher Ereignisse. Das ist ganz normal. Dafür brauchst du dich nicht zu entschuldigen. Doch ist es hier sehr wertvoll für dich, genau hinzusehen.

Geliebt werden

Kommen wir noch einmal auf eine meiner Eingangsfragen zurück: Was versprichst du dir daraus, deine Wut zu unterdrücken? Bei den Eltern ist es klar: du willst überleben. Und bei anderen Mitmenschen? Der Mensch – also wir alle – wünschst sich nichts sehnlicher als geliebt zu werden. Er möchte dazu gehören. Zur Gemeinschaft, denn dort war er in seiner Evolution immer sicher. Im Dschungel war es unabdinglich, in einem Gruppe zu leben. Als Schutz vor wilden Tieren, auf der gemeinsamen Jagd oder der gemeinsamen Kinderbetreuung. Heute haben wir andere Strukturen zur Verfügung und können unser Leben auch gut alleine bestreiten. Trotz allem wünschen wir uns nichts sehnlicher, als geliebt zu werden. Was kannst du hier also tun?

Selbstliebe

Damit du dich nicht immer wieder verletzen lassen musst, kannst du dich in Selbstliebe üben. Das heisst: du gibst dir das, wonach du dich sehnst, selber. So wirst du unabhängiger von den Reaktionen deiner Mitmenschen. Selbstliebe heisst auch, Grenzen zu setzen, «Nein» zu sagen, wenn etwas sich für dich nicht stimmig anfühlt. Damit zeigst du dir – und den anderen – dass du es dir wert bist, dich abzugrenzen und für dein eigenes Wohl zu sorgen. Versuche es. Ich habe es getan – und es hat sich sehr gut angefühlt. Meine Mutter war zwar seinerzeit vor den Kopf gestossen, doch seit diesem Vorfall hat sie es nie mehr gewagt, mir Vorwürfe zu machen, ich sei eine schlechte Tochter.

Loslassen

Wie in den drei vorangehenden Blogteilen erwähnt, empfehle ich dir, deine aufgestaute Wut loszulassen, sobald du dir ihrer bewusst wirst. Schreibe deine Wut auf, verbrenne das Papier im Feuer, spüle es die Toilette herunter oder vergrabe es draussen (je nach Jahreszeit). Weise dein geistiges Team und deine Urahnen an, dich dabei zu unterstützen und zu leiten. Sie werden es mit Freude tun. Und dann wirst du sehen, wie dein Leben leichter wird, wie sich die Angriffe deiner Mitmenschen verringern, wie du selbst wieder durchatmen kannst und spürst, wie eine alte Last von dir abfällt, wie sich dein Herz leichter anfühlt und wie du wieder Glücksgefühle in dir wahrnehmen kannst. Gib dem Ganzen eine Chance. Du kannst dabei nur gewinnen: ein unbeschreibliches Glücksgefühl, inneren Frieden und Selbstliebe. Das ist ein Versuch wert, oder?

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