Wut – Gegenüber deinem Ex-Partner

Letzte Woche habe ich zum Thema «Wut» darüber geschrieben, dass dich meist unaufgelöste Wut aus deinen Kindheitstagen noch heute blockiert, weil sie sich seit Jahren oder Jahrzehnten in deinem Unterbewusstsein eingenistet hat. Dort wartet sie darauf, dass du sie erlöst. Manchmal kommst du selber drauf, in dem du deine aktuellen Emotionen eruierst und ihnen auf den Grund gehst. Oder du erkennst, dass sich Muster in deinem Leben immer wiederholen und dass der Grund dieser Muster deine Wut ist. Deine Wut zum Beispiel gegenüber deinem (Ex-)Partner/deiner (Ex-)Partnerin.

Bis dass der Tod uns scheidet

Diese Floskel – ich erlaube mir, diesen Satz so zu nennen – kann kaum jemand einhalten, der sich vor dem Altar traut. Doch die ewige Treue wird immer noch sehr gerne geschworen bzw. das lebenslange Zusammensein. Doch dieser Schwur ist in unserer Zeit nicht mehr angebracht, ja, sogar altmodisch. Wer kann dir heute garantieren, dass du der Mensch, der aktuell an deiner Seite lebt, wirklich auch noch in zehn Jahren dein Idealpartner ist? Die aktuelle Zeit ist so schnelllebig und entwickelt sich so rasch, dass wir selbst Mühe bekunden, mitzukommen. Es ist daher gut möglich, dass du dich in dieser Zeit rasch weiterentwickelst und dein Partner stehen bleibt – oder umgekehrt. Dann ist ein lebenslanges Zusammenleben nicht förderlich, im Gegenteil. In diesem Fall trennst du dich besser von diesem Partner und tust dich mit einem anderen Partner zusammen, der mit dir auf der gleichen Wellenlänge schwingt und sich in die gleiche Richtung bewegt wie du. Mit einem solchen Entscheid blockierst du weder dich noch deinen Partner, sich selbst weiter zu entwickeln.

Wut auf den Ex-Partner

Liest du diese Zeilen, weil du eine unerlöste Wut auf deinen Ex-Partner/deine Ex-Partnerin in dir spürst? Wenn ja, dann gratuliere ich dir dazu. Ich gratuliere dir, weil du dir dieser Wut bewusst geworden Bist. Wir bewerten hier diese Wut nicht, wir nehmen sie nur wahr. Denn sie ist real – in dir. Es ist egal, wie viele Jahre oder Jahrzehnte du diese Wut schon mit dir herumschleppst. Jetzt ist es an der Zeit, diese loszulassen. Für immer und ewig. Doch bevor wir das gemeinsam tun, werde dir als erstes darüber bewusst, warum du über deinen Ex-Partner wütend bist. Hat er dich belogen, betrogen, erniedrigt, ausgenutzt, hintergangen, blockiert, beschimpft, heruntergemacht? Wenn eines dieser Wörter zutrifft, frage dich: Warum hat er dies getan? Natürlich hast du ihm damals nicht die Erlaubnis dazu gegeben. Jedenfalls nicht verbal. Doch auf der Seelenebene sieht das ganz anders aus: Deine Seele hat nach diesem Erlebnis «gerufen». Du hast sozusagen einen Partner gesucht, der dir das antut, damit du daraus lernen und daran wachsen kannst. Damit du erkennst, dass du das nicht willst. Oft ist es auch der Fall, dass du deinen Vater oder deine Mutter geheiratet hast und mit dieser Person ein Trauma oder einen negativen Glaubenssatz aus deiner Kindheit aufarbeiten möchtest.

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Glaubenssatz aus der Kindheit

Schaue dir deinen Ex-Partner und eure Beziehung einmal genau an. Ohne Emotionen. Sachlich. Und vergleiche sie mit der Beziehung, die du zu deinem Vater und/oder deiner Mutter gehabt hast, als du noch klein warst. Damit meine ich bis zirka zu deinem 10. Lebensjahr (soweit du dich daran erinnern kannst). Dann werden dir – wenn du genau hinschaust – ein paar Lichter aufgehen. Frage dich ehrlich: Wo gibt/gab es da Parallelen? Sei ehrlich mit dir. Nur das wird dich weiterbringen. Auch wenn es womöglich schmerzt. Du darfst dir auch den «Fehler» zugeben, die falsche Person geheiratet zu haben. Wobei es sich da genau genommen nicht um einen Fehler handelt, sondern um eine Lernerfahrung. Du bist daran gewachsen, sonst wärst du heute nicht die Person, die du jetzt bist. Diese Beziehung gab dir die Chance, alte Wunden aufzuarbeiten und es besser zu machen als deine Eltern. Wenn du es nicht geschafft hast in der Zeit deiner Ehe – kein Problem, dann stellst du dich dem eben jetzt, damit du es mit deinem nächsten Partner besser machst. Nun zurück zu deinen Beziehungsmustern. Welche wirst du womöglich erkennen: Ich darf nicht mich selbst leben. Ich muss dienen. Ich muss mich zurück nehmen und nur für das Wohl des anderen sorgen. Ich bin schuld an der Misere meines Partners. Oft sind es Schuldgefühle und die Angst vor dem Verlassenwerden, dass wir uns an einen Partner klammern, obwohl er schon lange nicht mehr zu uns passt – oder nie zu uns passte. Doch heiraten tun wir aus vielen, unterschiedlichen Gründen: Anerkennung, Sicherheit, Nicht-alleine-sein, Geld – um hier nur einige davon zu erwähnen. Wenn wir dann erkennen, dass unsere Illusion zerbricht und der «Prinz» sich als Betrüger, Lügner oder als emotional kalt entpuppt, kommt die Wut hoch. Womöglich zuerst die Trauer und die Ohnmacht – und die Wut wird unterdrückt, weil du dich zuerst im Opferdasein suhlst. Das ist auch viel einfacher, wenn du dir ein neues Leben aufbaust. Doch die Wut wird von dir unterdrückt, weggeschlossen in einen tiefen Ort in deinem Herzen. Die Wut geht nicht weg, sie wartet dort, bis du sie «erlöst». Das machst du eventuell bewusst, wenn du dich deiner zerbrochenen Beziehung in aller Tiefe stellst und sie aufarbeitest. Oder du erkennst, dass dich andere Männer (Frauen) «triggern», wenn sie dich mit ihrem Verhalten an deinen Ex-Partner erinnern.

Erkenne die unerlöste Wut

Wie erkennst du nun, dass du noch unerlöste Wut aus einer verflossenen Beziehung in dir trägst? Indem du dich als erstes ganz genau beobachtest, wie du mit anderen Männern (oder Frauen) interagierst. Was «triggert» dich bei ihnen? Das heisst, was bringt dich in Rage? Hier geht es vor allem darum, deinen Fokus auf ein Detail zu richten, auf etwas in deinem Alltagsleben, nicht auf die grossen Dinge. Denn oft – wenn nicht immer – widerspiegelt sich unerlöste Wut im Alltag. Dort wird sie meist übersehen in der Hektik, doch sie meldet sich laufend und beeinflusst damit negativ dein Leben. Warum? Weil sie dich unbewusst steuert und dich Entscheidungen machen lässt, die dir nicht gut tun. Zum Beispiel wirst du wütend, wenn ein neuer Bekannter, von dem du dir eine romantische Beziehung versprichst, deine Einladung zum Essen abschlägt. Hier kannst du rasch in die «Wutfalle» geraten und ihn einfach abservieren – bewusst oder unbewusst – weil er dich vermeintlich «abserviert» und dich verlässt, wie alle andere Männer vor ihm auch. Doch dies hat gar nichts mit dir zu tun, vielleicht ist er einfach zu müde und gerade emotional selbst (zu) beschäftigt, um sich in dem Moment für eine gemeinsame Beziehung mit dir zu öffnen. Hier ist es angebracht, deine unerlöste Wut zu erkennen, diese als solche loszulassen und dich in Selbstliebe zu üben, anstelle ihm deine Meinung zu sagen – die sowieso nicht angebracht wäre, da sie nicht ihn betrifft, sondern deinen Ex-Partner. Weiter kannst du – wie im 1. Teil dieses Blog bereits beschrieben, deine alte Wut loslassen, damit sie dich nicht mehr an einem glücklichen Leben hindert. Du kannst deine Wut in Worte fassen, aufschreiben und den Zettel dann verbrennen oder in der Toilette herunterspülen. Du kannst die Wut rausschreien oder auf ein Kissen hauen, bis es dir besser geht. Du kannst auch dein geistiges Team und deine Urahnen anweisen, dich dabei zu unterstützen. Das werden sie sehr gerne tun. Sie warten nur darauf, dass du ihnen einen Auftrag gibst. Doch der erste Schritt liegt bei dir. Wie immer.

Nächste Woche im Blog: «Deine Wut»: Dein Ex-Arbeitgeber.

Literatur für dein Herz. Inspiration für deinen Alltag. https://www.edition-birbaum.ch

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