Letzthin war ich im Wald joggen. Gemütlich. Ich genoss die Natur, die Stille, die frische Luft und die Gelegenheit, meinen Gedanken nachhängen zu können. Da plötzlich: eine Frau prescht an mir vorbei und in Kürze hat sie mich nicht nur überholt, sondern eine grössere Distanz zwischen ihr und mir geschaffen. Irritiert falle ich aus meinem Flow. Kennst du dieses Gefühl? Du bist in deinem Element, alles läuft gut. Und plötzlich taucht ein Mensch auf, der alles besser und schneller beherrscht als du.

Selbstzweifel setzen ein

Sofort und ungefragt setzen dann deine Selbstzweifel ein. Dein innerer Kritiker läuft zur Höchstform auf. Bei mir hörte sich das (in meinem Innern) etwa so an, als die Frau mich überholte: Du bist zu langsam. Du hast zu wenig trainiert, zu viel gegessen. Du bist dick. Um hier nur einige Sätze zu nennen, die ich mir da selbst an den Kopf geworfen hatte. Doch dann ermahnte ich mich selbst und sagte «Stopp!» Allzu oft ist es so, dass unser innerer Kritiker kaum mehr zu bremsen ist, wenn er einmal in Fahrt gerät. Doch ein bewusstes «Stopp» hilft da alleweil. Dann habe ich mich dazu gezwungen, die Sache noch einmal genau anzuschauen, während die joggende Frau als kleiner Punkt am Horizont zu sehen war. Ich rekapitulierte: Ja, ich lief langsam, jedoch weil ich einen verletzten, bandagierten Knöchel habe. Ich esse nicht zu viel und verfüge über mein Idealgewicht. Wenn ich also im Vergleich zur anderen Frau dick aussehe, dann ist diese doch wohl eher schon magersüchtig. Sie war an ihrem Smartphone und sandte eine Nachricht, als sie mich überholte – ich hingegen kann den Wald und alles um mich herum geniessen, weil ich mein Smartphone fürs Joggen bewusst daheim lasse. Und siehe da: meine Laune hebt sich augenblicklich und ich muss über mich selbst lachen. Doch warum haben wir so einen erbarmungslosen inneren Kritiker, der unser Leben manchmal zur Hölle werden lässt und uns in Sekundenschnelle traurig macht?

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Der innere Kritiker

Oft, wenn nicht immer, wird unser innerer Kritiker bereits in unserer frühen Kindheit von uns selbst in unserem Innern geschaffen. Wir wollen geliebt werden – von unseren Eltern als erstes, später dann auch von der Verwandtschaft und unseren Freunden. Wir wollen also alles tun, um ihnen zu gefallen. Nehmen wir eine Reaktion an ihnen wahr, die uns zeigt, dass sie genervt sind oder frustriert, dann schliessen wir als kleines Kind sofort daraus, dass wir etwas Falsches gemacht haben – obwohl wir meist nichts mit der Gemütsverfassung unserer Nahestehenden zu tun haben. Was nun? Als erwachsene Person ist es sehr wichtig, dass du dich in Selbstwert und Selbstliebe übst. Gib dir das, was du vielleicht von anderen nicht erhältst, dich aber danach sehnst. Dann wird dein Anspruch, allen zu gefallen und es allen recht zu machen, sinken und du bist nicht mehr so abhängig von den Reaktionen der anderen. Denn du kannst dich selbst lieben und wertschätzen, egal was um dich herum geschieht.

Grenzen setzen

Setze deinem inneren Kritiker Grenzen, sage öfter einmal «Stopp» und lass dich überraschen, was danach geschieht. Du alleine hast es in der Hand, deine Selbstzweifel zu minimieren und dir ein glückliches Leben zu gönnen. Beginne heute. Beginne jetzt.

Nächste Woche in diesem Blog: Die Kunst zwischen «Action» und «Loslassen».

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