«Die anderen sind schuld. Mein Vorgesetzter ist ungerecht. Die Welt ist schlecht.» Kennst du diese und ähnliche Aussagen von dir? Ja, ab und zu geht es uns wohl allen so, dass wir in eine Opferrolle fallen und die Welt durch eine trübe Linse anschauen. Doch über längere Zeit hin gesehen kann eine Opferrolle nicht gesund sein. Obwohl – auf den ersten Blick bringt sie einem etliche Vorteile.

Keine Schuld

Wenn ich stets immer den anderen die Schuld für meine Misere gebe, dann habe ich ja per se keine Schuld. Das heisst, ich bin stets unschuldig, denn alle andere in meiner Umgebung liegen falsch und tun mir «böse» Sachen an. Ich jedoch – in meiner Opferrolle – kann mich gemütlich zurücklehnen, jammern und mich bemitleiden lassen. Das ist angenehm, oder? Vielleicht auf den ersten Blick. Doch wenn man es näher betrachtet, gibt es da einige Punkte, die nicht für die Opferrolle sprechen.

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Aufmerksamkeit erlangen

Wer kennt sie nicht, die Menschen in unserer Umgebung, die stets von Katastrophe zu Katastrophe gehen, die immer schlecht behandelt werden und ein Unglück nach dem anderen anzuziehen scheinen, sogenannte «drama queens» (oder «drama kings»). Am Anfang ist es vielleicht noch in Ordnung, wenn du ihnen zuhörst und sie bei ihrem Leid unterstützt. Aber mit der Zeit wird das echt anstrengend. Nach der vierten oder spätestens fünften Geschichte, die sich immer wiederholt, denkst auch du dir vielleicht, dass hier nicht alles normal sein kann und dass man nicht so viel Unglück haben kann. Viele Menschen, die die Opferrolle gerne leben, wollen schlichtweg eins: Aufmerksamkeit erlangen. Sie lechzen nach Liebe und nehmen das Mitleid, das man ihnen entgegen bringt in sich auf. Zuweilen können sie auch echte Energieräuber sein. Wenn man sich so an seine Opferrolle klammert und sich mit ihr identifiziert, ist man echt abhängig vom Mitleid der anderen. Man wird süchtig nach Aufmerksamkeit und kreiert sich so (bewusst oder unbewusst) immer wieder die gleichen Situationen, in denen man schlecht oder ungerecht behandelt wird, übergangen oder angegriffen wird.

Verharren an Ort

Menschen, die sich gerne in ihrer Opferrolle suhlen, verharren in ihrem Leben an Ort. Sie können sich nicht weiter entwickeln. Warum auch? Sie geben immer nur den anderen Leuten die Schuld und sehen bei sich keinen Fehler. Ja, sie suchen bei sich nicht einmal einen Fehler. Das Wort «Reflexion» ist ihnen fremd. Das ist die Extremvariante der Opferrolle. Doch wenn du ehrlich bist mit dir selbst, gibt es sicher auch einen Bereich deines Lebens, in dem du gerne ab und zu in die Opferrolle fällst, weil es eben angenehm ist. Doch jetzt weisst du, dass das nichts anderes ist als ein Stillstand deiner Entwicklung in diesem Bereich. Und ein Stillstand ist immer ein Rückschritt. Du verharrst wie eine Fliege, die sich im Spinnennetz verfangen hat und ergibst dich deinem vermeintlichen Schicksal.

Nächste Woche in diesem Blog über die Opferrolle: Warum wir nicht hinschauen wollen.

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